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Leiter Prof. Christian Müller Spitalstrasse 2 CH-4056 Basel Schweiz
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Studien-News
Alfa Romeo ATRIAL FIBRILLATION BEFORE AND AFTER PATENT FORAMEN OVALE CLOSURE STUDY Krypotgener Schlaganfall – persistierendes Foramen ovale – Vorhoffllimern: What’s the story behind? In 20-40% der Schlaganfälle bleibt die zugrundeliegende Ursache trotz ausgedehnter Abklärungen unklar. Die beiden häufigsten möglichen Ursachen sind ein persistierendes Foramen ovale und Vorhofflimmern. Der Stellenwert des persistierenden Foramen ovale als direkte Ursache einer Thrombusbildung ist noch immer unklar. Im Vergleich zur allgemeinen Bevölkerung jedoch ist die Prävalenz des PFO bei den Patienten mit kryptogenem Schlaganfall signifikant erhöht. Aus diesem Grund wird das PFO meist minimalinvasiv mit einem Schirm verschlossen. Die Implantation dieses Schirms geht mit einer niedrigen Komplikationsrate einher, unter anderem sind in 1.7% der Fälle Arrythmien zu erwarten. Vorhofflimmern (AF) ist als Ursache eines kryptogenen Schlaganfalls erkannt. Weiteren Schlaganfällen wird daher mittels Antikoagulation entgegengewirkt. Da AF meist paroxysmal und asymptomatisch auftritt, kann die Diagnosestellung eine Herausforderung sein und eventuell mit den üblichen Diagnosemethoden (72h-, 4Tage-EKG) nicht detektiert werden. Neue implantierbare Herzmonitore (ICM) ermöglichen das kontinuierliche Herz-Rhythmus- monitoring über Monate bis Jahre. Der Zusammenhang zwischen Vorhofflimmern und PFO ist komplex und noch wenig verstanden. Einerseits wurden nach PFO-Verschluss neu auftretende AF-Episoden beschrieben, möglicherweise infolge Irritation der Vorhofwand durch den Schirm. Andererseits könnte das PFO selbst auch die zugrundeliegende Ursache von AF sein. Das Ziel der ALFA ROMEO Studie ist die genannten Zusammenhänge zwischen kryptogenem Schlaganfall, persistierendem offenen Foramen ovale (PFO), Verschluss des PFO und Vorhofflimmern zu verstehen. In dieser Beobachtungsstudie erfassen wir die aktuellen ICM-Protokolle zur AF-Detektion bei Patienten mit kryptogenem Schlaganfall und PFO jeweils 3 Monate vor bis 3 Jahre nach PFO-Verschluss. ALFA ROMEO soll helfen, den Zusammenhang zwischen stillem und zuvor unerkanntem AF im Zusammenhang mit PFO zu verstehen und die wahre Inzidenz von neu aufgetretenem AF vor- und nach dem PFO- Verschluss zu erfassen. Die Ergebnisse könnten Einfluss auf das diagnostische und therapeutische Management von Patienten mit kryptogenem Schlaganfall haben.
Prof. Christian Müller
Prof. Michael Kühne
Prof. Stefan Osswald
Die von Prof Dr Raban Jeger (Universitätsspital Basel) und Prof Dr Tobias Reichlin (Inselspital Bern) initiierte und vom Studienzentrum Interventinoelle Kardiologie am CRIB durchgeführte Studie wird mit einem SNF Grant unterstützt. An der Studie nehmen schweizweit 6 Studienzentren mit jeweils enger Zusammenarbeit der Interventionellen Kardiologie, Elektrophysiologie und Neurologie teil: Universitätsspital Basel, Universitätsklinik Inselspital Bern, Universitätsspital Zürich, Kantonsspital St.Gallen, Bürgerspital Solothurn und Kantonsspital Aarau. Alle Zentren konnten in diesem Jahr eröffnet und die ersten Patienten bereits eingeschlossen werden. Es ist geplant 200 Patienten über die nächsten 2 Jahre einzuschliessen.